Mit Ecken und Kanten
Erfinder der eckigen Gläser
Alpine Ski WM 1982 Schladming-Austria
Wolfram Ortner
Familie & Erfolg
Kleines, effizientes Netzwerk
Blech in Schladming
Silber in der Ehe
Kunst & Design
Das Leben als Inspiration
Der Geist zur Perfektion
Unzufriedenheit als Triebfeder
Als Gold‐Fisch geboren
Ein Händchen für‘s Feine
Essen & Trinken
Ein Focus im Leben
Gelernter & gelebter Lifestyle
Authentic Design by WOB

Mein Leben

Wolfram Ortner – vom Ski-Star zum Erfolgs-Entrepreneur

Von Christa Hanten

Wolfram Ortner wurde am 10. März 1960 in Bad Kleinkirchheim geboren. Sein Vater war Hauptschullehrer in Radenthein, tätig als Turnlehrer und Landesschülerwart. Mit ein Grund für das „natürlich notgedrungene“ Hineinwachsen in den Skirennsport. Schnell begann der Parallelslalom zwischen Schulalltag und Sportkarriere: „Mit zehn Jahren kam ich als Jüngster in den ÖSV-Schülerkader, weil ich bei den Schüler-Skimeisterschaften bereits gewonnen hatte. „Mit elf Jahren war ich auf Landesebene schneller als die 14-Jährigen und mit zwölf wurde ich zweifacher österreichischer Schülerskimeister. 1974 bestand ich die Aufnahmsprüfung für das Skigymnasium Stams. Ein Jahr später war ich 'weltbester Jugend I Läufer im Slalom' und rangierte in der FIS-Liste unter 40 Punkten. 1976 folgte die Berufung in den ÖSV C-Kader, im selben Jahr die Berufung in den ÖSV B-Kader. Am 17. Dezember 1976 hatte ich meinen ersten Weltcup-Einsatz in Madonna di Campiglio und wurde aus der vierten Startgruppe heraus 15., danach in Laax in der Schweiz 14., drittbester Österreicher hinter Phil Mahre und Christian Neureuther. Das Ganze nach einem Seitenbandriss im Sprunggelenk mit OP im September – und fast ohne Training.“

Die Erfolgsserie bei FIS-Rennen ging nahtlos weiter: „Nach zwei Slalomsiegen in Bad Kleinkirchheim vor Andy Wenzel und Paolo De Chiesa und in Pernitz wurde ich am 6. März 1977 Vize-Europameister im Slalom und Riesenslalom in Krajnska Gora bei der Europa-Juniorenmeisterschaft. Das hieß nach der FIS-Rangliste im Slalom: 2. Startgruppe bei Weltcuprennen. Nach dem Sieg beim Europacuprennen in Jahorina und dem 1. Rang mit dem OPA-Pokal, dem Preis der Organisation der Alpenländer-Skiverbände, in Sportgastein war ich in der Skisaison 1977/78 auf Platz 16 der FIS-Rangliste gelandet und Führender im Europacup.“ Am 23. Jänner 1978 ist Wolfram Ortner die „Sensation in Kitzbühel“: Rang 5 beim Weltcup-Slalom und Berufung ins WM-Team für Garmisch. Als 15. in der FIS-Rangliste war der Aufstieg ins Nationalteam fällig, gefolgt vom Gewinn des Europacup-Slaloms in Zakopane. Nächstes Highlight war der 4.Rang beim Riesenslalom in Jasná in der Niederen Tatra 1979.

Die Fortsetzung der Skikarriere hinterließ allerdings weitere schmerzhafte Spuren: 1979 Leistenbruch mit Operation, 1980 Bänderriss bei einem Sturz über die Stiege. In diesem Jahr konnte Wolfram Ortner keine Rennen fahren – und das hieß auch: Keine Olympischen Spiele in Lake Placid! Trotzdem blieb der damalige Maturant am Skigymnasium Stams 1981 die Nr. 1 im ÖSV-Slalomteam – nach der Devise: „Verletzungen vorbei, Kampf zurück und alles wieder von vorne!“ Der Lohn: 5. Rang beim Slalom in St. Anton, mit Startnummer 57. Und beim ersten Super-G in dieser neuen Disziplin auf der 2,6 km langen Strecke in La Villa in Hochabtei in den Dolomiten 2. Rang hinter Pirmin Zurbriggen. Am 8. Jänner 1982 hieß es nach einem Bandscheibenvorfall: Stützkorsett im Training und bei der Ausscheidung für die WM in Schladming Ende Jänner in Adelboden in der Schweiz.

Zwischendurch“ legte Wolfram Ortner die Konzessionsprüfung für das Gastgewerbe (Hotel) mit Auszeichnung ab, bevor er mit dem 2. Rang im Kombinationsslalom und dem 4. Rang in der Kombination die Weltmeisterschaft abschloss. Dieses Rennen war ein einschneidendes Erlebnis: „Cheftrainer Karl Kahr wusste auch über meine Qualitäten als Abfahrer Bescheid. Ich habe mich mit nur 210er-Riesentorlauf-Latten – normalerweise fährt man mit 222 cm – zum Spaß über die vereiste Schladminger Abfahrtspiste gewagt. Somit wurde ich auch für die Kombination aufgestellt, die in dieser Form erstmals in Schladming veranstaltet wurde.Im Kombi-Slalom war ich 2., die Kombi-Abfahrt war für mich ein Desaster, im Training war ich zwei Sekunden schneller, somit kam ich in der Kombination auf den 4. Rang, mit minimalem Rückstand auf den 3. und 2. Platz. Der Grund für die verhaute Abfahrt ist mir erst Jahre später in einer schlaflosen Nacht eingefallen: Ich bin Blizzard-Ski und Salomon-Bindung gefahren, wie Erwin Resch, dessen Ski ich für die WM-Abfahrt von Blizzard bekommen habe. Da ich in der Abfahrt keine Punkte hatte, bin ich mit einer der letzten Startnummern um die 60 ins Rennen gegangen und habe so auf alle Fälle den Bewerb bis zur beinahe letzten Nummer spannend gemacht. Nach dem Start-S vor dem ersten schnellen Schuss bin ich mit dem Schuh aus der Bindung gerutscht, die mich zum Glück wieder in eine stabile Position zurückgedrückt hat. Doch diese Drehbewegung hat mich unsicher gemacht, da ich nicht wusste, ob die Bindung nach dem Hochgeschwindigkeits-Streckenteil bei der Einfahrt ins nächste S hält oder nicht – bei Tempo 130 ist das nicht so ein gutes Gefühl. Erst als ich die Sicherheit wieder zurückbekam, versuchte ich, Gas zu geben, und machte einen schweren Fehler. Ich wollte auf einem Sprung in der Bannwald-Einfahrt direkt fahren, anstelle bei der Einfahrt auszuholen, um über den Sprung in der gewünschten Richtung zu fahren und zu springen. Durch diesen Fehler kam ich überhaupt auf den höchsten Punkt bei dem Sprung und hatte aufgrund der falschen Linie anstelle rechts einen Sprung nach links. Nach dieser Schrecksekunde musste ich wieder im 'Riesenslalom' nach rechts mit einem Riesenschwung auf die Ideallinie zurück – und dort hab ich die WM-Goldmedaille in der Kombination auf der Strecke gelassen.“

Nach der Weltmeisterschaft war Wolfram Ortner sehr gut in Form, wurde aber im März 1982 wieder vom Verletzungspech verfolgt: Knieverletzung und Knorpelschäden mit Operation in Innsbruck sowie Meniskusverletzung beim Weltcupfinale in Sestriere (Montgenèvre) mit Operation in Klagenfurt. Trotz Trainingsrückstand konnte er sich auch in diesem Jahr noch immer als 12. in der Weltrangliste im Slalom behaupten. Erst im Oktober 1982 zeigte sich, dass noch so hartes Training keine Leistungssteigerung mehr erwarten ließ. Und der letzte Versuch eines Rennens ohne Training in Courmayeur bedeutete das frühzeitige Ende einer großen Skirennläuferkarriere – und den Beginn eines neuen Lebens in den verschiedensten Bereichen. Immer innovativ und ideenreich, perfektionistisch und praktisch.

Wolfram Ortner erinnert sich an die erste Zeit nach der Skikarriere: „Eigentlich wollte ich Pilot oder Sportmediziner werden, doch die wirtschaftlichen Probleme im Familienhotel zwangen mich 1983 zu einer Übernahme. Somit war ich mit 23 Jahren Hotelier, hatte aber keinen blassen Schimmer von vielem, was ich dringend gebraucht hätte. Gleich als Erstes bin ich mit meinem Freund Wolfgang Kury durch Wien und München getingelt und habe dort bei Redaktionen und Reisebüros die Türklinken geputzt. Für Urlaub war keine Zeit, alle Reisen gingen für Besuche von Weingütern, Restaurants, Produzenten usw. drauf. Und ich habe viel gelernt, wie mein ganzes Leben eigentlich ein 'learning by doing' war. Aber auch das Lernen hat Grenzen: Ich hasse Gedichte, ich hasse Zitate und was ich gar nicht mag, das sind Gebrauchsanweisungen. Zum Glück bin ich recht fix beim Verstehen von Zusammenhängen. So waren wir auch im Hotel die Ersten im Dorf, die mit nur 60 Betten drei 5-Gang-Wahl-Diners angeboten und im Jahr um die 6.000 Flaschen Wein verkauft haben. Ich habe es geschafft, das Hotel innerhalb von nur zwei Jahren von einem 'Pleite-Betrieb' auf 240 Tage Auslastung zu bringen.“

Und dann ging es Schlag auf Schlag, was sich am besten im „Zeitraffer“ darstellen lässt.

1983 bis 1985: Buchautor mit den Titeln „Wirbelsäulentraining“, „Aufbau- und Heilgymnastik“ und „PR im Fremdenverkehr“
1984 Birkenhof Triathlon
1985 Birkenhof Quattrathlon
1985 Heirat mit Barbara und Geburt des ersten Sohnes Christian
1986 Gründung Bad Kleinkirchheimer Bridge-Woche und Birkenhof Bridge-Camp
1988 Konzept "Die Welt im Dorf" und Mit-Organisation
1989 Geburt des zweiten Sohnes Josef Matthias
1989 Start der Schnapsbrennerkarriere
1989 Auspflanzung von „Österreichs höchstgelegenem Weingarten“
1989 Gründung Top 5 Hotels
1992 Ausbau einer Verschlussbrennerei
1992 Begründung der „Destillata“ – Internationale Fachmesse für Edelbrände
1992 Gründung eines Verlagsbereiches im Unternehmen für Spirituosen-Publikationen
1992 WOB-Gläser - Geburtsstunde der eckigen Gläser
1995 Verkauf des Hotels, Bau des Eigenheimes und Errichtung der Destillerie WOB
1998 Verkauf der Veranstaltung „Destillata“
2000 Einstieg ins Internet mit dem Portal www.qios.net
2000 Bau des Barrique-Kellers und Beginn der professionellen Whisky-Produktion
2000 CAFÉ DÖ WOB
2000 WOB-Varios Cigar Cutter - der einzige Zigarren-Schneider mit Zweifachnutzen
2001 Start der kulinarischen Marke „Nock-Land” und des Portals www.nock-land.at
2001 CIGAR DÖ WOB
2002 Kochbuch „Die Kunst des Einbratens“
2002 Künstlerische Ambitionen in der Malerei
2004 Start World Spirits Award & Academy

Hier ist wohl der Punkt gekommen, einmal kurz Atem zu holen, denn es geht gleich mit Pioniergeist und Perfektionismus weiter in der kreativen Produktentwicklung – ob Küche oder Keller, Kosmetik oder Kunst.

2007 Parfum de Vie – hochwertige Destillate zur Aromatisierung in der Küche
2008 Essenz DÖ WOB – Herzstücke von Destillaten in Fassstärke oder Vollgradation
2009 Parfums – EdC Wolfram Ortner 71, Sacra und Mayflower
2009 Schutz der eigenen Verpackung für Parfums und Essenzen
2010 Dozenten-Vertrag an der Hochschule Weihenstephan bei Freising
2010 Balm – natürliche Creme auf der Basis von Olivenöl
2010 Designer-Lampen – eigenwillige Verarbeitung der Pokale
2011 Start der Seifen-Produktion
2011 Start der WOB Drogen-Serie auf der Basis von Kräutern und Gewürzen
2011 Skulpturen aus Eisen und Holz
2012 WOB Elixir – ein Halbbitter für die hochgeistige Hausapotheke
2013 WOB-Shots: Spirituosen-Geschmack "reduced to the max" - Lav.it (Lav:it) und Sin.it (Sin:it)
2013 Venti Anni Serie
2014 WOB-24-Karat
2014 Single-Malt Double Matured
2015 World-Spirits geht auf Welt-Tour

Und wenn ich jetzt so nachdenke und die mehr als 20 Jahre Revue passieren lasse, die ich Wolfram Ortner schon kenne, dann fehlen einige seiner „Erfindungen“, ist er doch auch Kaffeeröster, Glasdesigner, Zigarren-Aficionado und anderes mehr. Aber das gäbe Material für eine neue Geschichte – und daher bitte ich ihn lieber um das Schlusswort für diese hier: „Im Nachhinein bin ich froh, dass alles so gekommen ist. Auf die Frage, ob ich gerne in Schladming Weltmeister geworden wäre, muss ich sagen: Natürlich! Gerne hätte ich diesen Erfolg für meine Voraussetzungen, mein Talent, meine Einstellung und meinen Ehrgeiz zu sportlicher Leistung geerntet. Die Früchte sind allerdings nicht im Sport gekommen, sondern aufgrund dieser 'Tugenden' im wirtschaftlichen und privaten Leben. Sollte ich für mein Leben bis heute die Möglichkeit eines 'Jokers' haben – ich brauch ihn nicht, ich möchte alles von Beginn an wieder, wie es war und ist …“
Doch in der Spirituosen-Welt hat er nach der Destillata mit dem World-Spirits Award einen Platz am Sieger-Treppchen der Szene.

Dr. Christa Hanten, 1170 Wien, Rokitanskygasse 34
Tel. 0676/6360519
ch@mediendesign.co.at, www.mediendesign.co.at

Geboren im Weinviertel, aufgewachsen in Langenlois, geschult in Krems am Humanistischen Gymnasium, Studium Germanistik und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Wien, „Wanderjahre“ in Bibliotheken und Verlagen, seit 1993 selbstständig als Text- und Mediengestalterin, Fachlektorin, Redakteurin und Autorin. Begeisterungsfähig für Lesen und Schreiben, Wohnen und Reisen, Genuss und Gesundheit.


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